Hauptlehrer

Überblick und Hintergrundinformation
zu den wichtigsten Lehrmeistern
von Tulku Sonam Choedup Rinpoche:


WURZELGURU
S.H. Khenpo Jigme Phuntsok Jungné (1937 – 2004)

Er war die Reinkarnation des großen Schatzentdeckers Tertön Lerab Lingpa.

Ein Tertön ist ein Meister, der spirituelle Schätze (tibetisch: Termas) findet. Termas bezeichnen verschiedene Formen verborgener Lehren, die der Schlüssel zum Vajrayana sind. Der zweite Buddha Guru Rinpoche und seine wichtigste Schülerin Yeshe Tsogyal versteckten diese Lehren zum Wohl kommender Generationen. Ist die Zeit reif, so „entdeckt“ der Tertön die Lehre in seinem Geistesstrom als Vision. Es handelt sich hierbei nicht um „niedergeschriebene“ Lehren wie die des Pali Kanon.
Die Begebenheiten der Pali-Sutren finden im Gegensatz zu den Mahayana-Sutren in unserem „Raum-Zeit-Verständnis“ statt. Die Mahayana-Sutren hingegen sprengen unsere Raum-Zeit Vorstellungen. Es werden auch keine Anstrengungen gemacht, etwas im „normalen“ Raum-Zeit Verständnis zu erklären. Es geht darum, diese Bezugspunkte bewusst aufzulösen, was die wichtigste Meditationsmethode des Dzogchen wie auch des Mahamudra darstellt.

Auch S.H. Khenpo Jigme Phuntsok Rinpoche Jungné fand, wie seine vorherige Inkarnation, viele Termas im Laufe seines Lebens. Rinpoche gehörte zu den prominentesten buddhistischen Lehrmeistern im modernen Tibet. Er war ein brillanter Gelehrter und eloquenter Mentor. Regelmäßig kamen zu seinen Dharmabelehrungen tausende Mönche, Nonnen und buddhistische Laien zusammen. Außerdem gründete S.H. Khenpo Jigme Phuntsok Jungné die große Klosteruniversität von Larung Gar.Seine charismatische, authentische Ausstrahlung zog 15.000 Studenten an.
Von S.H. Khenpo Jigme Phuntsok Jungne empfing Tulku Sonam Choedup Rinpoche viele verschiedene Belehrungen und Einweihungen zu Sutra, Tantra und Dzogchen.
S.H. Khenpo Jigme Phuntsok Jungné starb im Alter von 72 Jahren am 06. Januar 2004 in einem Militär-Krankenhaus in Chengdu, China. Sein Tod ist ein großer Verlust für den Buddhismus in Tibet.


Adzom Drukpa Thubten Pema Trinley Rinpoche (1921-2001)

war einer der größten Gelehrten in buddhistischer Philosophie und zusätzlich noch ein voll verwirklichter Dzogchen Meister und Mahasiddha des legendären Regenbogenkörpers. Dzogchen heißt in die deutsche Sprache übersetzt, soviel wie „die große Vollendung“ und gehört zu den schwierigsten und anspruchsvollsten Übungen der tibetischen Tradition.
Adzom Drukpa Thupten Pema Trinley Rinpoche wurde im Feuer-Tiger Jahr (1926) in der Provinz Kham, nahe dem heiligen Terma Platz des zweiten Buddhas Padmasambhava geboren. Dieser Berg, der heute im Distrikt von Dege der Provinz Sichuan liegt, heißt Yulhong Lhari. Adzom Drukpa Rinpoche wurde vom fünften Dzogchen Rinpoche, Thubten Chokyi Dorje, als die Wiedergeburt des vorherigen Adzom Drukpa Dordul Pawo Dorje anerkannt.
Dieser war eine Manifestation einer der 25 Hauptschüler von Guru Rinpoche und unter anderem auch eine Reinkarnation von Matog Rigdzin und Rigdzin Chenpo sowie anderer realisierter Meister. Einer davon war der Guru des großen Jamyang Khyentse Chokyi Lodro. Im Erd-Drachen Jahr des tibetischen Kalenders wurde Adzom Drukpa Rinpoche als ein hochrangiger Meister des Klosters Adzom inthronisiert.
Rinpoche war berühmt für seine allumfassende liebende Güte und sein tiefes Mitgefühl. Ohne an sich selbst, seine eigenen Vorteile und sein eigenes Wohlergehen zu denken, widmete er sich mit seiner vollen Kraft und Energie dem Wohle aller fühlenden Wesen. Adzom Drukpa Rinpoche war sehr gewissenhaft darin, die Reinheit seiner Gelübde eines voll ordinierten Mönches (Sanskrit: Bikhshu) zu bewahren und ein tugendhaftes Verhalten vorzuleben. Dadurch wurde er zu einem inspirierenden Idol eines authentischen Bodhisattvas was auf Deutsch soviel wie:“ Ein Held, der sich auf dem Weg zur Erleuchtung befindet.“ bedeutet.
Von Adzom Drukpa Rinpoche empfing Tulku Sonam Choedup Rinpoche Dzogchen Belehrungen, Kernunterweisungen und direkte Einführungen in die wahre Natur des Geistes.
Adzom Drukpa Rinpoche hatte – neben vielen wichtigen Ämtern – einen Lehrstuhl als Professor für Tibetisch am Institut für Höhere buddhistische Studien in China .


S.H. 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso

ist der spirituelle Führer von Tibet und die höchstrangige Führungsfigur der Tibetisch-Buddhistischen Tradition.
Seine Heiligkeit wurde 1935 in Amdo im Nordosten von Tibet geboren. Er verließ Tibet 1959 aufgrund der chinesischen Invasion, die einige Jahre vorher begann. Seitdem lebt S.H. Dalai Lama in Dharamsala, Indien, an dem Ort wo sich auch die tibetische Exilregierung befindet. Für seine signifikanten Bemühungen um den Weltfrieden wurde ihm 1989 der Friedensnobelpreis verliehen. Er war auch der erste Friedensnobelpreisträger, der gleichzeitig für seine Bemühungen um die globalen Umweltprobleme ausgezeichnet wurde.
Nach buddhistischem Glauben sind die Reinkarnationslinie der Dalai Lamas Manifestationen von Avalokiteshvara oder Chenrezig, dem Bodhisattva der Liebe und des Mitgefühls. Dieser ist gleichzeitig auch der oberste heilige Schutzpatron von Tibet. Bodhisattvas sind realisierte Wesen, die von dem tiefen Wunsch inspiriert sind, volle Buddhaschaft zum Wohle aller fühlenden Wesen zu verwirklichen. Ein Bodhisattva hat gleichzeitig ein Gelübde abgelegt, immer wieder wiedergeboren zu werden, um allen fühlenden Wesen zu helfen, ins „Erwachen“ zu finden und so den Daseinskreislauf von Tod und Wiedergeburt zu verlassen.
S.H. Dalai Lama begann seine monastische Ausbildung im Alter von 6 Jahren. Der Lehrplan war nach der Nalanda Tradition, des alten Indiens ausgerichtet. Das wichtigste Thema war dabei die buddhistische Philosophie, die in 5 Kategorien unterteilt war: Prajnaparamita, die Perfektion der Weisheit; Madhyamika, die Philosophie des mittleren Weges; Vinaya, der Kanon der monastischen Disziplin; Abidharma der Metaphysik des Buddhismus und Pramana, das Logik und Erkenntnistheorie umfasst.
Mit 23 absolvierte S.H. Dalai Lama sein letztes Examen im Jokhang Tempel in Tibets Hauptstadt Lhasa im Jahr 1959. Er bestand mit Auszeichnung und ihm wurde deswegen der Titel eines Geshe Lharampas verliehen, was dem höchsten Doktorgrad in buddhistischer Philosophie entspricht.
Seitdem S.H. Dalai Lama im Exil lebt, hat er mehr als 67 Länder bereist, die auf 6 verschiedenen Kontinenten liegen. Er hat mehr als 150 Auszeichnungen, Ehrendoktorwürden und Preise etc. verliehen bekommen. Unter anderem für seine Botschaft von Frieden und Gewaltlosigkeit, seinen unermüdlichen Beitrag zum Dialog zwischen allen Weltreligionen und als authentisches Vorbild für universelle Verantwortung und Mitgefühl. Darüber hinaus hat er selbst sowie in Zusammenarbeit mit anderen Autoren mehr als 110 Bücher verfasst.
S.H. Dalai Lama hat Gespräche mit den Oberhäupter verschiedener Religionen initiiert, die den Dialog zwischen den verschiedenen Weltanschauungen fördern und Brücken bauen. Außerdem hat er an vielen Veranstaltungen teilgenommen, die das Streben nach Harmonie und Verständnis zwischen den Religionen zum Ziel hatten.
Von S.H. Dalai Lama empfing Tulku Sonam Choedup Rinpoche die kompletten Belehrungen und Übertragungen zu Shantidevas Text „Eintritt in den Weg zur Erleuchtung“. Außerdem den gesamten Lamrim (den Stufenweg zur Erleuchtung) und Nagarjunas Madhyamaka. Darüber hinaus erhielt Tulku Sonam Choedup Rinpoche von S.H. Dalai Lama noch 5 mal die Kalachakra-Einweihung und auch zusätzlich viele andere Arten von Einweihungen.
Seit dem Zeitraum von circa 1985 bis heute hat sich Seine Heiligkeit um den Dialog mit modernen Naturwissenschaftlern bemüht. Hauptsächlich in den verschiedenen Fachrichtungen von Psychologie, Neurobiologie, Quantenphysik und Kosmologie. Dies hat zu einer historischen Zusammenarbeit zwischen buddhistischen Mönchen und Naturwissenschaftlern von Weltrang geführt. Sie alle verfolgen ein Ziel: der Menschheit Methoden zur Verfügung zu stellen, mit denen die einzelnen Individuen einen tiefgehenden Frieden des Geistes freilegen können.
Diese tiefgründige Kommunikation zwischen der modernen Wissenschaft und den buddhistischen Yogis führte dazu, dass die verschiedenen Fachbereiche der Naturwissenschaft zum traditionellen Lehrplan der im indischen Exil entstandenen tibetisch-buddhistischen Klosteruniversitäten integriert wurden.


S.H. Penor Rinpoche (1932-2009)

war der elfte Thronfolger der Palyul-Traditionslinie der Nyingmapa Schule des tibetischen Buddhismus. Er war auch von 1993-2001 das Oberhaupt der Nyingmapa-Tradition . S.H. Penor Rinpoche wurde im Jahr 1932 in der Powo Region von Kham, in Ost-Tibet geboren. Choktrul Rinpoche war sein Hauptlehrmeister, obwohl er auch viele Unterweisungen von anderen Gurus erhielt. Er wurde in den Künsten des Verfassens von Philosophie und Poesie, Astrologie wie auch Medizin ausgebildet. Darüber hinaus studierte er die Sutras mit vielen verschiedenen Khenpos (Schriftgelehrten).
Im Alter von 12 Jahren erhielt er von Choktrul Rinpoche die wichtigsten Übertragungen und Ermächtigungen der Nyingmapa-Schule. Diese beinhalteten unter anderem den großen Einweihungszyklus der Kagye und Rinchen Terdzö Initiationen. Von Karma Kuchen Rinpoche empfing er den Zyklus, der von dem großen Schatzentdecker Ratna Lingpa enthüllten spirituellen Schätze (Tibetisch: Termas).

Mit 21 wurde er von seinem Lehrmeister im Kloster Tarthang als Mönch voll ordiniert. Dies geschah in der Tradition der Vinaya-Linie, die von Indien nach Tibet durch den großen Abt Shantarakshita übermittelt wurde. Dadurch erhielt S.H. Penor Rinpoche alle wichtigen Instruktionen und Ermächtigungen der Nyingmapa Schule.
Er bekam damals auch den Zyklus von Tendrel Nyesel übermittelt, den phänomenalen Schatzfund des Tertöns Lerab Lingpas. Danach vollendete S.H. Penor Rinpoche eine Vajrakilaya-Meditationsklausur und nachdem er alle Segensübertragungen des Kangyur und des Tengyur bekommen hatte, widmete er sich einer vierjährigen Meditationsklausur.
Der Kangyur beinhaltet alle Belehrungen des Buddha, sowohl die Sutras als auch die Tantras, während der Tengyur aus allen Abhandlungen und Kommentaren der großen indischen Gelehrten besteht.
Während der Zeit im Retreat erhielt S.H. Penor Rinpoche sämtliche Überlieferungen der Palyul Tradition, die Bezug auf die geheimen mündlichen Instruktionen des Schatzentdeckers Tertön Mingyur Dorje Namchö nehmen.
S.H. Penor Rinpoche schloss im Retreat erfolgreich alle Stufen der Praxis ab. Dabei verwirklichte er die Wurzel-Rezitationen der drei Wurzeln (Guru, Yidam und Dakini), die vorbereitenden Übungen (Tibetisch: Ngöndro) des Namchö, das berühmte Yoga der inneren Hitze (tibetisch: Tummo), Energie-Meditation (Tibetisch: Tsa-Lung) und alle Praktiken der Großen Vollendung (tibetisch: Dzogchen).
1959 floh er vor den chinesischen Besatzern von Tibet nach Indien. Dort gründete er das Namdroling Kloster im Bundesstaat Karnataka in Südindien. Namdroling ist heute das größte Nyingma Kloster der Welt. Viele Khenpos, Mönche und Nonnen erhalten dort ihre fundierte Ausbildung.
Von S.H. Penor Rinpoche erhielt Tulku Sonam Choedup Rinpoche Erklärungen und Initiationen zu Ngöndro, den vorbereitenden Übungen, Tsa-Lung, Dzogchen und Phowa (der Übertragung des Bewusstseins zum Todeszeitpunkt). Darüber hinaus auch den kompletten Einweihungszyklus des Rinchen Terdzö und des Nyingtik Yabshyi.

1985 besuchte Penor Rinpoche zum ersten Mal die Vereinigten Staaten von Amerika.
1993 wurde er zum Oberhaupt der Nyingmapa gewählt, in der Nachfolge von Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche. 2001 übergab er dieses Amt an Kyabje Minling Trichen Rinpoche.
2009 verstarb S.H. Penor Rinpoche in seinem Kloster Namdroling.